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Karl Friesen
Nordamerika von 1985-1987 (Profikarriere)
4 NHL- und 40 Minor-League-Spiele
letzter Verein New Jersey Devils (NHL)  
Geboren am 30.06.1958
Geburtsort Winnipeg, Manitoba, Kanada
Draft-Jahr -
gedraftet von -
Draft-Pos. -
Position Torhüter

 

Die Karl Friesen Story (aus dem Buch Sudden Death - 14 Jahre SB DJK Rosenheim in der 1.Eishockey Bundesliga)

 

LAUFBAHN
      REGULAR SEASON PLAYOFFS
Season Club League GP W L T SO GAA GP W L T SO GAA
1975-76 West Kildonan Northstars MJHL 11       0 4.01            
1976-77 West Kildonan Northstars MJHL                        
1977-78 West Kildonan Northstars MJHL 38       0 4.71 18 12 6 0 1 4.08
1978-79 West Kildonan Northstars MJHL 37       1 3.94            
1979-80 St. Boniface Mohawks SAL                        
1980-81 SB Rosenheim 1. BL 44         3.24 3         2.67
1981-82 SB Rosenheim 1. BL 42         3.57 7         2.14
1982-83 SB Rosenheim 1. BL 36         2.86 9         4.50
1983-84 SB Rosenheim 1. BL 42         3.28 4         2.50
1984-85 SB Rosenheim 1. BL 35 23 5 6 2 2.83 9 9 0   0 2.41
1985-86 Maine Mariners * AHL 35 16 11 5 2 3.48 5 1 4 0 0 2.47
1986-87 New Jersey Devils NHL 4 0 2 1 0 7.38            
1986-87 SB Rosenheim 1. BL 14 10 2 2 1 2.79 7 3 4   0 2.55
1987-88 SB Rosenheim 1. BL 33 22 7 4 3 2.58 14 8 6   3 2.36
1988-89 SB Rosenheim 1. BL 36 19 8 9   2.72 11 9 2   0 2.47
1989-90 SB Rosenheim 1. BL 18 14 4 0 0 2.43 11 8 3   0 4.22
1990-91 SB Rosenheim 1. BL 40         2.69 11         3.53
1991-92 SB Rosenheim DEL 44         3.26 9         2.96
1992-93 EC Hedos München DEL 44 21 15 8   2.52 4         3.50
1993-94 EC Hedos München DEL 44         2.24 10         2.50
1994-95 München Mad Dogs DEL 26         3.02            
1995-96 Star Bulls Rosenheim Germany 28         3.09 4         4.50

  * Gewinner des Harry (Hap) Holmes Memorial Award (Torhüter des Teams mit dem geringsten Gegentordurchschnitt)

Die Karl Friesen Story (aus dem Buch Sudden Death - 14 Jahre SB DJK Rosenheim in der 1.Eishockey Bundesliga)

Nach der Saison 1979/80, der schlechtesten in der gesamten SBR Geschichte, hatte der Klub ein echtes Torwartproblem. Karl Huber war nach Landshut zurückgekehrt, Rainer Makatsch, der die Hauptlast zu tragen gehabt hatte, näherte sich unwiderruflich dem Ende seiner Laufbahn, und bei Franz Wech, dem besten Nachwuchsgoalie, reichte es einfach nicht für die erste Liga. So streckte man - wie es damals in Deutschland gang und gäbe war - die Fühler nach Kanada aus und zog einen "seltsamen Heiligen" an Land, der sich später als der beste deutsche Torhüter der achtziger Jahre entpuppen sollte.
Karl Friesen, 22jähriger Buchhalter und gläubiger Mennonit, hatte bei den St. Boniface Mohawks, einem kleinen Klub der Senior Amateur League in der Provinz Manitoba, unbeachtet von den Profispähern der National Hockey League, das Tor gehütet - gut genug, um von Heinz Weisenbach für die Bundesliga empfohlen zu werden.
Normalerweise hätte er eine Saison lang von Makatsch lernen sollen, um dann nach dessen Rücktritt die Nummer eins beim SBR zu werden.

Doch es kam anders: Bereits in den Testspielen zeigte er sich als Meister, nicht als Lehrling, und so kam es, daß Makatsch in seiner letzten Saison nur zu ganzen 48 Spielminuten Einsatz aufs Eis kam. So wie ihm ging es in der Folge allen SBRTorhütern. Ob Rückkehrer Karl Huber, Supertalent Klaus Merk oder Senkrechtstarter Claus Dalpiaz - sie alle kamen nur zum Einsatz, wenn Friesen verletzt war, oder um gelegentlich etwas Spielpraxis zu sammeln.
Die Rufe "Friesen für Deutschland" wurden bald erfüllt. Xaver Unsinn nominierte den Neu-Rosenheimer für die WM 1981 - die erste von vielen. In über 100 Länderspielen vertrat er die deutschen Farben; viel mehr hätten es werden können, hätte er nicht wegen seiner hartnäckigen Bandscheibenbeschwerden in den letzten Jahren kaum mehr im DEB-Tor gestanden.
Statistik :
Stammverein: St. Boniface Mohawks (Kanada)
Weitere Klubs: New Jersey (NHL), Maine (AHL)
Beim SBR: 1980 bis 1985, Dezember 1986 bis 1992
SBR-Bilanz: 481 Spiele,28675 Minuten,1415 Gegentore,2,96 pro Spiel, 30 Shoot-Outs
Rückennummer: 27 (früher 1)
Außerdem: New Jersey: 4 Spiele,16 Gegentore, 7,38 pro Spiel; Maine: 40 Spiele, 129 Gegentore, 3,33 pro Spiel, 2 Shutouts
Länderspiele: 105


Da Karl Friesen ein Muster an Beständigkeit war, fällt es schwer, eine Saison besonders hervorzuheben. Dennoch: Die Meisterschaften 1982 und 1989 wären ohne sein Zutun wohl kaum errungen worden, und in der Saison 1983/ 84, als beim SBR bei weitem nicht alles nach Plan verlief und das Verletzungspech erstmals erbarmungslos zuschlug, hatte Friesen den Löwenanteil am dritten Platz nach der Doppelrunde.
Nach der Meisterschaft 1985 dann der Schock: Friesen verließ den SBR, um in der NHL sein Glück zu versuchen. Doch dort liefen die Dinge alles andere als gut. Trotz hervorragender Leistungen im Farmteam, den Maine Mariners, dauerte es lange, bis Friesen endlich seine Chance bei den New Jersey Devils erhielt, und dann kam er ausgerechnet in seiner Heimatstadt Winnipeg böse unter die Räder. Nach nur 130 NHL-Minuten (verteilt auf vier Spiele) kehrte Friesen Weihnachten 1986 nach Rosenheim zurück - sehr zum Entzücken der SBR-Fans. Er war auch bald wieder (fast) der Alte - wenn man davon absieht, daß seine Rückenbeschwerden ihn doch stärker behinderten, als ihm lieb sein konnte. Er, der vor seinem US-Aufenthalt in fünf Jahren nur vier Spiele versäumte, mußte in den letzten drei Spielzeiten seiner SBR-Karriere immerhin 25mal passen. Daher war es doch eine gewisse Überraschung, daß Friesen nach dem SBR-Ausstieg nun seine Laufbahn beim EC Hedos fortsetzte.

Quelle :
Sudden Death - 14 Jahre SB DJK Rosenheim in der 1.Eishockey Bundesliga von Edgar Scholtz und Manfred Eder
erschienen 1992, Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim

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